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Pressemitteilung: Ingo Schulze erhält den Uwe-Johnson-Preis 2026

Der mit 20.000 Euro dotierte Uwe-Johnson-Preis 2026 wird Ingo Schulze für seinen Roman »Das Wasser im August« (S. Fischer Verlag, 2026) verliehen. Die fünfköpfige Jury wählte aus einer Vielzahl an eingesandten Texten aus den Bereichen Prosa und Essayistik den diesjährigen Preisträger aus. Die feierliche Preisverleihung findet im Rahmen der Uwe-Johnson-Tage am Freitag, dem 18. September 2026, in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern in Berlin statt.

Ingo Schulzes Roman, der am 26. August erscheint, führt laut Jury in eine für Uwe Johnson und sein Werk bedeutende Region: »es ist dies die ›dicht umwaldete Seenplatte Mecklenburgs‹, und es sind Städte wie Güstrow oder Neubrandenburg, die den Hintergrund nicht nur für sein vierbändiges Romanepos ›Jahrestage‹ bilden. Für das ›Was‹ und ›Wie‹ des Erzählens spielt das Erinnern – wie bei Uwe Johnson – eine zentrale Rolle. Dabei wählt Ingo Schulze eine artistische Konstruktion, denn es handelt sich um eine Erzählung in der Erzählung. Der Ich-Erzähler, der zu einer privaten Lesung ins Mecklenburgische eingeladen wird, liest aus einer autobiografisch aufgeladenen Novelle, die in das Jahr 1979 und eine Zeit führt, da die ›Demokratische Republik‹ – wie Uwe Johnson die DDR mitunter nannte – noch existiert. Auf diese Weise werden, an die Figur des Ich-Erzählers gebunden, Gegenwarts- und Vergangenheitsebene miteinander verknüpft. (…) Ein Verdienst des Romans besteht darin, eine vergangene Zeit mit ihren Hoffnungen, Utopien und Widersprüchen so dicht zu beschreiben, dass die politischen und historischen Umstände darin wie selbstverständlich anwesend sind.« Abschließend heißt es: »Der Roman diskutiert zudem hintergründig und im Sinne von Uwe Johnson grundlegende Aspekte von Kunstfreiheit. Nicht zuletzt steht die Frage, wie es gelingen kann, dass Erzählen als ein ›Prozess der Wahrheitsfindung‹ funktioniert.«

Der Jury gehören an: Gundula Engelhard (Stellvertretende Vorsitzende der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft), Carsten Gansel (Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Gießen; Sprecher der Jury), Cornelia Geißler (Literaturredakteurin der Berliner Zeitung), Michael Hametner (ehemals leitender Literaturredakteur und Moderator bei MDR FIGARO) und René Strien (ehemaliger Verleger des Aufbau Verlages und Geschäftsführer des OKAPI Verlages Berlin).

Für den Uwe-Johnson-Preis konnten Autorinnen und Autoren oder deren Verlage bis zum 1. März 2026 seit Anfang April 2024 veröffentlichte oder noch unveröffentlichte Arbeiten aus den Bereichen Prosa und Essayistik einreichen. Der Preis würdigt herausragende literarische Werke, in denen sich Bezugspunkte zur Poetik Uwe Johnsons finden und deren Blickwinkel unbestechlich und jenseits »einfacher Wahrheiten« auf deutsche Geschichte, Gegenwart und Zukunft gerichtet ist.

Der Uwe-Johnson-Preis wird seit 1994 verliehen; zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern gehören Walter Kempowski, Jürgen Becker, Joochen Laabs, Norbert Gstrein, Uwe Tellkamp, Christa Wolf, Christoph Hein, Lutz Seiler, Jan Koneffke, Jenny Erpenbeck und Iris Wolff. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wird von der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft e.V. gemeinsam mit dem Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg KdöR und GENTZ Rechtsanwälte und Notare im jährlichen Wechsel mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis vergeben, der 2025 an Kurt Tallert ging.

Die gesamte Jurybegründung und weitere Informationen finden Sie unter: www.uwe-johnson-preis.de.

Neubrandenburg/Berlin, den 20. Juli 2026