
Herbstprogramm der Berliner Initiative FLINTA* Literatur steht fest
FLINTA* Literatur, Berlins Plattform für FLINTA*-Autor*innen in Diaspora und Exil, veranstaltet seit diesem Jahr zwei Programmreihen: »Girl, Show Me That Body (of Work)« und der »FLINTA* KULTUR SALON« bieten in Berlin lebenden FLINTA*-Künstler*innen mit Migrations- und Exilerfahrung eine Bühne. Nachdem im Frühjahr bereits ein erster Block mit vier Veranstaltungen erfolgreich anlief, wird es im Herbst weitere vier Veranstaltungen geben, in deren Zentrum der kreative Austausch steht: »Welche Stimmen wir hören und welchen Geschichten wir Raum geben, prägt auch, wie wir unsere gemeinsame Gegenwart verstehen. Kunst braucht die Freiheit, bestehende Bilder infrage zu stellen und neue zu entwerfen. Genau dafür wollen wir mit FLINTA* Literatur Räume schaffen«, so Ioana Cristina Casapu, Gründerin von FLINTA* Literatur.
Im September und Oktober sind je zwei Veranstaltungen geplant, die alle in der Lettrétage in Berlin-Mitte stattfinden. Der Eintritt ist frei, Sprachen sind jeweils Deutsch und Englisch:
18. September 2026, 20:00 Uhr: »Girl, Show Me That Body (of Work)« 7
Es geht um verschiedene Metamorphosen und Coming-outs: die Ausdrucksform einer queeren Identität;; die Reise von den ersten Mauern im Mutterleib zu den Wänden im Zimmer eines kleinen Mädchens, an denen die Versprechen des Westens haften, bis hin zur Mauer, die 1989 in Deutschland gefallen ist. Was passiert, wenn Menschen sich die Freiheit nehmen, eine neue Zukunft zu schreiben? Mit Joanna Kusiak, Masha Sapizhak, Asta Tall, Vanessa Gunesch. Moderation: Cemre Nur Öztürk.
20. September 2026, 20:00 Uhr: »FLINTA* KULTUR SALON« III
Der dritte »FLINTA* KULTUR SALON« stellt Unterstützungssysteme – in Form von Wahlfamilien, Gemeinschaften und Netzwerken – in den Mittelpunkt und schafft kollektive Kraft durch Songs, Essays und Gedichte, die überwiegend mit dem Publikum erarbeitet werden. Welche Formen feministischer Interdependenz entstehen, wenn Performer*innen und Publikum gemeinsam schöpfen? Wie können künstlerische Formen wie Spoken Word und Musik psychische Gesundheit entstigmatisieren und Heilung als gemeinschaftliche Erfahrung erlebbar machen? Mit Roxana Safarabadi, Sue Koppel, Edith Steyer, Jasmin Namondo. Moderation: Tracey Gudwin.
23. Oktober 2026, 20:00 Uhr, »Girl, Show Me That Body (of Work)« 8
Wie können Poesie und Performance koloniale und patriarchale Standards von Schönheit, Geschlecht und Erzählkunst destabilisieren? Welche sozialen Auswirkungen hat der Prozess der Geschlechtsumwandlung oder die Erlangung eines neuen Körpers durch rekonstruktive Chirurgie? Was bedeutet es, klassische Narrative – wie »Venus in Furs« – aus trans Perspektiven neu zu schreiben und dabei die Grenzen zwischen Autor*in, Figur und Leser*in zu verwischen? Wie ermöglichen Fiktion und Autofiktion Autor*innen, Handlungsmacht über politisierte und pathologisierte Rollen zurückzugewinnen? Wie dienen Komödie und freudiger Ausdruck als kraftvolle Formen des Wissensaustauschs, der psychosozialen Bildung und der Sprachinnovation? Mit Ana Wetherall-Grujić, Yohan Holtkamp, Laura Rosell, ariel rosé. Moderation: Mary Katharine Tramontana.
25. Oktober 2026, 20:00 Uhr: »FLINTA* KULTUR SALON« IV
An der Schnittstelle von sozialem Aktivismus und künstlerischem Ausdruck geht es um Exil, Rassismus, Diktatur und Hierarchien, umgesetzt in experimentellem Theater und Spoken-Word Soundscapes, die zur Partizipation einladen. Die Veranstaltung eröffnet Diskussionen zu Themen wie Frauen und Sicherheit (mit Fokus auf häusliche Gewalt) sowie Frauen und Wirtschaft (zu den Herausforderungen künstlerischer Unternehmer*innen) und fragt: Wie treibt queere feministische Führung positive sozialpolitische Veränderungen voran? Mit Janina Agnes Baakes, Anja Demidova, Sarina Panahideh, Sasha Andjelo, Maria Bitti, Marina Kurochka und Mikhail Poliakov. Moderation: Ioana Cristina Casapu.
Hintergrundinformationen zu den Programmreihen
Die Veranstaltungsreihe »Girl, Show Me That Body (of Work)« fördert seit 2024 durch Lesungen und literarische Performances den Dialog über Identität, Migration und Geschlechtergerechtigkeit und schafft inklusive Räume sowie kulturelle Teilhabe. Die Auswahl der Teilnehmenden erfolgt im Anschluss an eine öffentliche Ausschreibung, die auf kuratorischer Ebene Durchlässigkeit und Chancengleichheit sicherstellt.
2026 startete zudem eine zweite Reihe: Der »FLINTA* KULTUR SALON« setzt sich dafür ein, Berlins Tradition feministischer Salons als radikale Räume der Begegnung und des Widerstands zurückzuerobern und neu zu denken. Er ergänzt underweitert das bisherige Programm, denn neben Literatur und Performance werden in den interdisziplinären Veranstaltungen auch Kunstformen wie Tanz, Theater, Spoken Word oder Musik einbezogen.
Beide Veranstaltungsreihen finden in Kooperation mit der Lettrétage statt, werden gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, präsentiert von tipBerlin und taz sowie empfohlen von The Reader Berlin.
Hintergrundinformationen zu FLINTA* Literatur
FLINTA* Literatur wurde 2024 von der rumänischen Autorin und Künstlerin Ioana Cristina Casapu in Berlin gegründet und ist eine Initiative, die sich der Förderung von Inklusion, Diversität und gerechter Teilhabe an Literatur und Kultur widmet. Indem sie FLINTA*-Autor*innen – Frauen, Lesben, Intersexuelle, nicht-binäre, trans und agender Personen – mit Migrationshintergrund und benachteiligten Lebensrealitäten in den Mittelpunkt stellt, hinterfragt FLINTA* Literatur gesellschaftliche Narrative und fördert den sozialen Zusammenhalt. Die Projekte der Initiative verstärken marginalisierte Stimmen, die oft aus der öffentlichen Diskussion ausgeschlossen sind, und nutzen Kunst als kraftvolles Werkzeug für sozialpolitischen Aktivismus und kulturellen Austausch. So werden sichere Räume für den Dialog über Identität, Migration, Geschlechtergerechtigkeit und die gelebten Erfahrungen von Diskriminierung und Resilienz geschaffen. Weitere Informationen finden Sie unter: https://flintaliteratur.de